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Anmerkung: Dieser Artikel stammt aus der SVZ-Online vom 02.02.2011
STERN BUCHHOLZ - Weithin sichtbar schlagen
gestern am frühen Abend die Flammen aus der mehr als 100 Meter langen Lagerhalle
auf dem Areal der ehemaligen Blücher-Kaserne in Stern Buchholz. Krachend
splittert das Asbestdach unter der Hitze des Feuers. Die bis an die Decke
liegenden Strohballen geben den gierigen Flammen immer neue Nahrung. Nichts ist
zu spüren vom sprichwörtlichen Strohfeuer. Ganz im Gegenteil: Es ist ein
gewaltiger Brand.
Die Schweriner Berufsfeuerwehr, die kurz nach 16 Uhr alarmiert wird und gleich
mit mehreren Einsatzfahrzeugen anrückt, muss sofort mehrere freiwillige
Feuerwehren aus der Landeshauptstadt zu Hilfe rufen, denn gleich nebenan stehen
weitere Hallen, die durch die gewaltige Hitze und den Funkenflug in Brand
geraten könnten. Die Freiwillige Feuerwehr Schlossgarten rückt mit drei
Fahrzeugen an, die Wüstmarker Kameraden eilen mit einer Einsatzgruppe zu Hilfe.
Brandober inspektor Detlef Wöllmer gibt per Funk Anweisungen, dirigiert den
Einsatz der Kräfte und Mittel. Das Löschwasser schießt aus einem Dutzend
C-Rohren in die Flammen. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Feuer wehrleute
suchen im Qualm, ob Menschen oder Tiere in Gefahr sind, finden glücklicherweise
aber keine Verletzten. Parallel werden weitere Schlauchverbindungen zu den
umliegenden Hydranten verlegt. Aus den noch nicht brennenden Teilen der Halle
bergen Arbeiter mit Radladern Strohballen, damit das Feuer nicht weiter
überspringt.
"Wir wollen den Brand innerhalb des Mittelteils der mehr als 100 Meter langen
und 20 Meter breiten Halle fesseln, in dem er ausgebrochen ist", sagt
Brandoberinspektor Wöllmer. "Es muss uns gelingen, das Feuer zwischen den
Brandschutzwänden einzukesseln, damit nicht das ganze Gebäude in Brand gerät",
erläutert der Einsatzleiter.
Dank des rechtzeitigen und massiven Einsatzes der Feuerwehren gelingt das. Der
Brand ist gegen 17.30 Uhr unter Kontrolle, wenngleich die Flammen weiter aus dem
rund 50 Meter langen Mittelstück des Gebäudes schlagen. "Wir werden ihn in den
nächsten Stunden ablöschen, aber das dauert", sagt Wöllmer.
Am Brandherd sind aber nicht nur die Feuerwehrleute, auch die Polizei ist mit
mehreren Beamten vor Ort, darunter auch die Kripo. Denn die Lagerhalle hat Paul
Schockemöhle angemietet. In mehreren Gebäuden des erfolgreichen Springreiters
und Unternehmers waren in den vergangenen Wochen Brände ausgebrochen, so erst
vor 14 Tagen, am 18. Januar, auf dem Gelände des Lewitz-Gestüts in
Neustadt-Glewe. "Oh, schon wieder Schockemöhle", sagt nicht nur Feuerwehrexperte
Gerhard Linau.
Viele Schaulustige stellen Mutmaßungen über Brandstiftung an. "Uns liegen noch
keinerlei Erkenntnisse zur Brandursache vor", betont Polizeikommissar Ronald
Niemeyer vom Schweriner Revier. Er steht in Kontakt mit seinen Kollegen von der
Kripo, die schon sehr früh am Einsatzort waren. Denn Brandstiftung ist nicht
ausgeschlossen.
In den vergangenen sechs Monaten hatten in der Region vielfach Strohmieten in
Brand gestanden, allein in Gol denstädt brannte es vier Mal innerhalb eines
halben Jahres, letztmalig am 24. Januar dieses Jahres. In dem Lewitzdorf hatten
die Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebes das Feuer aber früh bemerkt,
örtliche Feuerwehren konnten es noch in der Entstehungsphase löschen. Aber
Spuren belegten: Das war Brandstiftung.
Einige Bilder von uns.
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