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Generalprobe für den Ernstfall

Anmerkung: Dieser Artikel stammt aus der SVZ vom 20.03.2004

 

Freiwillige Feuerwehren der Landeshauptstadt testeten bei Großübung Zusammenarbeit

 

Einsatz für alle freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt: Im Industriegebiet Görries lodertet ein Großbrand in einem Firmengebäude. Rauch, Flammen, eine drohende Explosion und Menschen in Gefahr: Alles nur Übung- aber ein echter Test auf Herz und Nieren für alle Kameraden.

Aus einem Gebäude des ehemaligen Verkehrs- und Tiefbaukombinates Schwerin in der Otto-Welzin-Straße kräuselt sich am Donnerstagabend dichter Rauch in den dämmernden Himmel. Aber die Handvoll Berufsfeuerwehrmänner vor dem Einsatz-Leitfahrzeug grinst seelenruhig. Sie haben den Brandherd präpariert. "Das ist heute eine Übungs-Situation, wie sie auch im echten Einsatz vorkommt", sagt Jürgen Rogmann, Amtsleiter Brand- und Katastrophenschutz. Drei Schritte entfernt gibt Gunnar Rehagen per Funkgerät  ein kurzes Kommando. "Das war der Startschuss", sagt er. Die Leitstelle alarmiert nun die freiwilligen Feuerwehren der Stadt. Nach wenigen Minuten rollen die ersten Einsatzfahrzeuge an. Die Feuerwehrmänner und -frauen sitzen ab, bekommen eine kurze Einweisung, dann geht es zum "brennenden" Gebäude und schon splittert die verschlossene Tür unter Axthieben. Nach wenigen Minuten zieht sich ein Spinnennetz aus Schläuchen und Schlauchkupplungen über das Gelände, mit schweren Atemschutzgerät gerüstete Trupps dringen in das Gebäude vor - vier lebensgroßen Puppen, "Verletzte", sind in dem Gebäude versteckt, müssen geborgen werden. Auch droht der Brand auf das Nebengebäude überzugreifen - Wasserkaskaden verhindern es.

 

Schiedsrichter haben scharfes Auge auf Details

Männer der Schlossgarten-Wehr eilen mit einer Trage herbei- einer der "Verletzten" wird durchs Fenster auf eine Trage gehievt. Schiedsrichter der Berufsfeuerwehr stampfen mitten im Gewimmel umher, notieren jedes Detail des Einsatzes. Auch, wie die Einsatzkräfte damit umgehen, dass im "brennenden" Gebäude Gasflaschen und verschiedene andere Stoffe für Explosionsgefahr sorgen.

Fahrzeug um Fahrzeug trifft ein, bis schließlich alle freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt vor Ort sind: Wüstmark, Wickendorf, Warnitz, Schlossgarten und Mitte. Immer mehr Kameraden beteiligen sich an dem Einsatz, fast 70 sind es mittlerweile- und alles läuft gelassen und professionell ab. Jürgen Rogmann nickt zufrieden: "Hektik an einer Einsatzstelle ist immer schlecht. Gelassenheit zeugt von Professionalität- Es läuft ganz gut hier". Ziel sei gewesen, das Zusammenwirken der einzelnen Feuerwehren zu üben- auch wenn mal, wie im Übungsszenario, Berufsfeuerwehr anderweitig gebunden sein sollte.

Inzwischen hat sich Dunkelheit über die Einsatzstelle gesenkt, Scheinwerfer, Blaulichter und die Reflexstreifen auf den Schutzanzügen lassen die Nacht flimmern. Es ist ruhiger geworden, es geht ans Aufräumen. Vor dem Einsatzleit-Fahrzeug steht Wolfgang Schmülling. Als Dezernent ist er auch für die Feuerwehr zuständig und zufrieden mit dem, was er sieht: "Es geht zwar noch zur Auswertung auf die Hauptfeuerwache. Aber schon jetzt kann man sagen: "Das Zusammenspiel hat gut geklappt." Nach gelöschtem Brand wartet noch reichlich Arbeit. "Feierabend ist erst wenn alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit sind, betankt und mit neuen Schläuchen ausgerüstet", erklärt Jürgen Rogmann. "So ist das halt", sagt auch Stadtwehrführer Burghard Dreyer, "beim Einsatz muss man viele verschiedene Menschen unter einen Hut bringen". Ohne Unterstützung der Familie laufe gar nichts: "Denn wenn der Pieper sich meldet, dann geht es zum Einsatz. Egal wann". Auch wenn es nur eine Übung ist. Philip Schroeder

 

Einige unsere Bilder vom Einsatz - leider zum Teil etwas dunkel

 

 Der Angriffstrupp geht unter PA vor.
Der Maschinist bei der Arbeit- kurzer Blick in die Kamera
Nach dem PA-Einsatz wird das Material wieder neu bestückt 

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